Studiumfinanzierung – Bildungsdarlehen, Bildungsfonds, Bafög

Wer sein Abitur bestanden hat und sich für ein Studium entscheidet, kann leider nicht immer auf die Hilfe aus dem Elternhaus setzen. Vielen Familien ist es schlicht weg nicht möglich ein Studium ihrer Kinder zu finanzieren. Für die Studiumfinanzierung steht teils staatliche Hilfe, aber auch Hilfe durch private Sponsoren und Stiftungen bereit.

Die wohl bekannteste Form zur Studienfinanzierung ist das sogenannte BAföG. Dies ist ein staatlicher Zuschuss zum Studium nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Diese Zahlung wird Studenten gewährt, deren Nebeneinkünfte und die Unterstützung der Eltern nicht ausreichen, um ihr Studium zu finanzieren. BAföG muss jährlich neu beantragt werden.

Eine Finanzierung des Studiums wird auch von verschiedenen Geldinstituten angeboten. Dies geschieht über Bildungsdarlehen oder sogenannte Bildungsfonds.

Bei den Bildungsfonds ist meist nicht entscheidend wie viel Geld aus dem Elternhaus bezogen wird. Zum Erhalt des Fonds zur Studiumfinanzierung müssen jedoch Voraussetzungen erfüllt werden. Einige Banken wünschen den Nachweis der deutschen Staatsbürgerschaft. Der Beginn des Studiums muss vor Vollendung des 30. Lebensjahres beginnen. eine gültige Immatrikulationsbescheinigung muß vorgelegt werden.

Der Studentenkredit

Wer heute ein Studium beginnen möchte, sollte sich bereits vorher genau überlegen, wie die Studiumfinanzierung ablaufen soll. Aufgrund der immer weiter ansteigenden Kosten für das Studium, für Studiengebühren, Unterkunft und Verpflegung, ist dies ohne finanzielle Unterstützung nicht mehr zu schaffen. Dies können z.B. die Eltern sein, die die Studiumfinanzierung übernehmen oder auch die Qualifikation für ein Stipendium, wo alle anfallenden Kosten übernommen werden. Aber nicht alle haben reichen Eltern oder ein Stipendium. Auch die Finanzierungshilfe Bafög reicht schon lange nicht mehr aus, um alle kosten zu begleichen. Wer jedoch trotzdem studieren möchte muss dafür Studentenjobs annehmen, doch dabei bleibt das Studium oft auf der Strecke oder kann sich sogar verlängern.

Jedoch haben einige private Banken und Sparkassen darauf reagiert und bieten finanzielle Hilfe durch die Möglichkeit eines Studentenkredites an. Dadurch muss sich der Student erstmal keine Sorgen um die Studiumfinanzierung machen, sondern kann sich, aufgrund der finanziellen Entlastung, komplett auf sein Studium konzentrieren. Studienkredite werden dabei jedoch nicht wie andere Kredite gleich in voller Höhe ausgezahlt, sondern der Student erhält jeden Monat einen Teilbetrag um seine laufenden Kosten zu bestreiten.

Nach Abschluss des Studiums und meist noch einer tilgungsfreien Phase beginnt die Rückzahlung des Kredits und der angefallenen Zinsen ebenfalls in monatlichen Raten. Dabei sind die Zinsen bei Studentenkrediten im Vergleich zu anderen Krediten relativ niedrig.

Studiumfinanzierung – Steuerrechtliche Vorteile

Studiumfinanzierung ist wohl für die meisten Studenten ein sehr leidiges Thema, denn man hat kaum Geld in der Tasche, aber dafür hohe Ausgaben. Allerdings können Studenten von steuerlichen Vorteilen profitieren. Dies gilt vor allem für Studierende die bereits eine Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen haben. Dieser Personenkreis profitiert besonders von Steuervorteilen, denn die Kosten für eine Studiumfinanzierung können von der Steuer abgesetzt werden. Dieser Vorteil gilt übrigens nicht nur für ein Studium, sondern auch für weitere Ausbildungen und Weiterbildungen. Dieser Steuervorteil kann selbst nach dem Studium rückwirkend geltend gemacht werden. Möglich macht dies der sog. Verlust-Vortrag.
Anders sieht es allerdings für Studenten aus, die ein Studium als Erstausbildung absolvieren. Deren Ausgaben gelten bisher als Kosten für den privaten Lebensunterhalt und sind nicht absetzbar.
Aber: Am 28.07.2011 entschied der Bundesfinanzhof zugunsten zweier Kläger, dass die Kosten für ein Studium, auch in Erstausbildung, als Werbungskosten abgesetzt werden können. Unklar ist jedoch, ob das Finanzministerium sich der Auffassung des Bundesfinanzhofs anschließt oder nicht einen Nichtanwendungserlass bewirkt. Letzteres bedeutet: Die bisherige Praxis wird beibehalten, bis der Gesetzgeber eine Neuregelung beschließt.